
Eine Aussage, die genussfreudige Menschen hoffnungsvoll stimmt, vermutlich aber nur bedingt zutrifft. Gerade auf dem Käsemarkt versuchen sich die Hersteller mit immer neuen, fettarmen Produkten zu profilieren. Lightkäse etwa, weckt die Hoffnung auf Genuss ohne Reue. Für die Konsumenten bedeutet dies zugunsten der Figur auf viel Geschmack zu verzichten. Aber nicht nur das. Ernährungswissenschafter weisen immer häufiger darauf hin, dass nicht fettes Essen, sondern der falsche Zugang zum Essen dick macht.
Einen Dämpfer bekamen die Anti-Fett-Kampagnen in Deutschland auch durch die Ergebnisse der EPIC-Studie, die seit 17 Jahren die Auswirkungen unserer Ernährung auf die Krebsentstehung untersucht. Beim Vergleich der Daten von etwa 90.000 Patienten aus Deutschland, den Niederlanden, England, Italien und Dänemark war kein Zusammenhang zwischen aufgenommener Fettmenge und Übergewicht erkennbar. Selbst beim Blick auf die Fettzusammensetzung zeigte sich kein Einfluss. Weder schienen gesättigte Fettsäuren Gewichtszunahmen zu erklären noch ungesättigte Fettsäuren Pfunde purzeln zu lassen. Fettreduzierte Diäten sind keine Lösung für die Adipositas (Fettsucht), so die Schlussfolgerung der Wissenschafter. Vielmehr sehen sie die Ursache in der zunehmenden Bewegungsarmut begründet. So weisen die deutschen Männer im europäischen Vergleich den höchsten Anteil massiv Übergewichtiger und die geringste Aktivität auf, umgekehrt verhält es sich in den Niederlanden. Interessantes Detail aus Österreich: Die höchsten Raten an Adipositas finden sich im Osten Österreichs (z.B. im Burgenland 14,4% der Männer und 11,9% der Frauen), die niedrigsten Raten in westlichen Bundesländern, wobei Salzburg mit 5,4% der Männer und 6,9% der Frauen am besten abschneidet.
Wer mit Lightchips vor dem Fernseher sitzt oder fettarme Fruchtgummis vor dem Computer nascht, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Waage unerwünschte Zahlen anzeigt. Denn Kalorien, die der Mensch nicht verbraucht, führen zu überflüssigen Kilos. So bringt es nichts, die Schuld in einer bestimmten Nährstoffgruppe zu suchen. Vielmehr sollte das Augenmerk der Ernährungsempfehlungen auf der Qualität der Nahrungsmittel und nicht auf deren Fettgehalt liegen. Pflanzenöle beispielsweise verlieren durch industrielle Härtung einen großen Teil der gesunden Eigenschaften. Ist pflanzlicher Ersatz für Rahm dann wirklich besser für die Figur? Fettarme Diäten sind ohnehin meist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Und was bringt es, die meist schon verminderte Lebensqualität übergewichtiger Patienten durch das Verbot aromatischer Speisen noch weiter einzuschränken? Zudem gehören fettreiche Nahrungsmittel wie Käse, Olivenöl, Seefisch und Nüsse zu einer gesunden Ernährung einfach dazu. Weniger Käse, dafür guten, lautet unsere Empfehlung dazu.
Bericht verfasst: DKS Andreas Österreicher
Quellen: Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention e.V. - Christine Langer, und www.aerztemagazin.at
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